Hattest du auch schon mal eine Sportverletzung oder Krankheit?
Wenn ja, dann kennst du Reha. In 30 Jahren habe ich viel über diesen Bereich erfahren. Ich kenne die Menschen dahinter und deren Denkweisen, weshalb ich persönlich den ambulanten Weg favorisiere. Damit fahre ich sehr gut, weil ich die Inhalte in großem Maße selbst bestimmen und organisieren kann. Im Ergebnis fühle ich mich mit Ende 50 so fit wie noch nie in meinem Leben.

Wie habe ich das gemacht?

Meine Therapeuten und Fitnesstrainer kommen aus dem Profi- und Leistungssport. Was mir bei ihnen gefällt, sind ihre Methoden und ihre Motivation. Mit meinem Physiotherapeut Michael ‘Knete’ Schulten zum Beispiel arbeite ich seit 2010 zusammen. Er ist seit 1989 Physiotherapeut der Kölner HAIE. Wahrscheinlich gibt es keinen Physio mit einer längeren beruflichen Laufbahn im Profisport. Egal… was ich daran gut finde, sind seine fachliche Expertise und sein Umgang mit Ärzten und Kostenträgern. Noch viel mehr ist es aber seine Arbeitsweise, die mich überzeugt. Denn er behandelt mich als Mensch und nicht als Bewegungsapparat. Er hat eine ganzheitliche Sichtweise auf meine individuelle Situation und er kann meine adaptive Kapazität sehr gut einschätzen. Mit adaptiver Kapazität ist die Differenz gemeint zwischen dem zu erwartenden alters- und behinderungsbedingten körperlichen Abbau und dem, der tatsächlich bei mir individuell feststellbar ist.

Michael Schultens Fokus liegt auf der schnellen Wiederherstellung meiner Alltagsfitness und nicht auf eine Wohlfühl-Reha. Er behandelt mich wie einen Eishockey-Profi, den er so schnell wie möglich wieder auf das Eis bringen will. Genau mein Ding! Behandelt werden von einem Experten wie ein Profisportler. Und ich bin der Überzeugung: Als Patienten haben wir genau das verdient.

Vor kurzem nahm ich an einem Symposium teil: Artgerechte Bewegung. Die verantwortungsvolle Rolle von Therapie und Training war das Thema. Tolle Referenten waren gemeldet: Der Mannschaftsarzt von RB Leipzig oder der Sportpsychologe der Deutschen Eishockey Nationalmannschaft. Genau für mich zugeschnitten, dachte ich und wurde nicht enttäuscht. Das Symposium hat meine Sichtweise auf Leben, Reha und Therapie, so wie ich sie erlebe, nachhaltig nachgeschärft.

Kurz nochmal ein Blick zurück auf Frühjahr 2019…

Durch ein Belastungsbruch in der Hüfte wurde die Vorbereitung auf meine Golfsaison unterbrochen. Mein Mindset „So-gesund-wie-möglich-alt-werden!“ hatte nach 35 Jahren auf einen Schlag keine Bedeutung. Ein Reset musste her, um Belastung und Ressourcen neu auszubalancieren. Mit Nick Sinanan, Personaltrainer und ehemaliger Zehnkämpfer, hatte ich einen weiteren Experten in meinem Netzwerk, der mich bei der Neuausrichtung meines Mindsets unterstütze.

 

So kamen die Vorträge des Symposiums wie gerufen für mich, um die angepassten Eckpfeiler meiner inneren Ausrichtung hier mit Euch zu teilen:

#1 Meine Gesundheit ist die Folge einer optimalen Nutzung von Ressourcen
Der Schwerpunkt der medizinischen und therapeutischen Leistungen, die ich in Anspruch nehme, verschiebt sich von der Pathogenese zur Salutogenese. Das bedeutet: Nicht heilen, sondern vorbeugen ist das Prinzip. Ziel ist die Lebenserwartung zu steigern.
Dabei wende ich eine ganzheitliche Sichtweise auf meinen Körper an, die Nahrung, Mikrobiom (Darmflora), Bewegung, externe Einflüsse und Psyche gleichbedeutend berücksichtigen. Durch meinen Lebensstil kann ich dieses Zusammenspiel positiv oder auch negativ beeinflussen.
Ich trenne nicht nach Schul- und/oder Alternativmedizin, sondern berücksichtige alle Felder gleichermaßen, jenachdem was gerade sinnvoll ist. Schul- und Alternativmedizin sowie deren Behandlungsformen werde ich in alle Maßnahmen integrieren. Es gibt keine Trennung der beiden Ansätze.

● Trainings- und Therapieinhalte sind nach meinem aktuellen Bedarf orientiert (Wo braucht mein Körper gerade die meiste Unterstützung?)
● Negativen Stress vermeiden
● Belastung und Ressourcen in Balance halten

 

#2 Ich verankere neue Mindsets und Mindfulness fest in meinen Alltag
Durch ein neues Bewusstsein mache ich mich nicht davon abhängig von dem was passiert, sondern nur von mir. Das heißt, ich nehme Regeneration (Meditation, Qigong, ausreichend Schlaf usw.) ernster als bisher als festen Bestandteil in meinen Alltag auf.

Beispiele für meine neue Denkweisen:

„Morgentliches Mindset“
Ich stelle mir regelmäßig die einfache Frage: Wie will ich mich heute fühlen?
Antwort: freudvoll, großzügig, eher traurig.
Egal wie ich mich fühle, ich anerkenne das Gefühl erstmal.

„Mindset beim Golfschlag“
Ich gehe den perfekten Bewegungsablauf gedanklich durch und fühle ihn. Dabei sage ich mir „Der Schlag ist perfekt (1) weil ich es kann, (2) weil ich entspannt bin, (3) weil ich gelassen bin.“

 

#3 Ich optimiere meine Selbstwirksamkeit durch Visualisierung von Routinen in Sport und Alltag
Für eine hohe Wirksamkeit meiner Trainings- und Rehamaßnahmen analysiere ich regelmäßig (jährlich) meine sportlichen Gewohnheiten und körperlichen Fähig- und Fertigkeiten. Was kann ich in der Ernährung verbessern? Welche Trainingsschwerpunkte sind in den nächsten 12 Monaten besonders wichtig? Wo gibt es noch Möglichkeiten, Immun- und Nervensystem zu unterstützen? Wie kann ich den Hormonhaushalt weiter optimieren?

 

All diese Aspekte werde ich in kommenden Beiträgen nochmal detaillierter aufgreifen. Einen Gedanken zur Selbstreflexion möchte ich Dir schon jetzt mitgeben:

Moderne und erfolgreiche Reha setzt intensiv darauf, individuell motivierte Emotionen freizusetzen, die die Bewegung fast automatisch fließen lässt.

Findest du nicht auch, dass dieser Gedanke vieles einfacher in der Heilung macht? Bewegung ist ein evolutionäres MUSS für uns Menschen. Bewegung fördert alle Aspekte der Kognition, wie Wille, Aufmerksamkeit Lernen, Imagination, Erinnerung oder Kreativität – das ist derzeit leider noch nicht im Reha-Alltag vieler Praxen und Kliniken angekommen.

 

Wann warst Du das letzte Mal in der Reha? Warst Du zufrieden? Sag mir gern Deine Meinung in den Kommentaren!

 

Wenn dieser Blog Musik wäre, dann würde er nach Amy Winehouse klingen.

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