Stand up Paddeln mit einem Bein

„Stand-Up-Paddling, was für eine tolle Sportart. Die muss ich unbedingt ausprobieren!“ So geschehen im Sommer 2011 in Heidelberg auf den Neckarwiesen. Mein Freund Michael Rexing (Uferkind) wusste, dass ich sofort begeistert sein würde. Wir waren beide der Meinung, mit einem Bein auf dem Board zu stehen dürfte mit meiner Fitness und Athletik kein Problem sein. Die erste Erfahrung war allerdings deprimierend: Stehen war eine Katastrophe. Sitzen eine ziemlich wackelige Angelegenheit, die mit dem ersten Ausflugsboot beendet wurde. Nach 60 Sekunden lag ich schon im schönen Neckar. Woran es lag, war schnell klar: das fehlende Bein musste durch mehr Rumpfstabilität und Beinkraft kompensiert werden. Das gelang mir einfach noch nicht.

2012 lernte ich am Fühlinger See in Köln Christina Bauer (SUPsafety) kennen und vertiefte mit ihr mein Training. Sie brachte mir die Basispaddelschläge und den stabilen Umgang im Sitzen bei. Immer wieder versuchte ich aufzustehen, aber meine Koordination reichte einfach noch nicht aus. Bevor die erste Rollbewegung des Boards zu erahnen war, lag ich schon im Wasser. Dabei waren die physischen Parameter eigentlich gut erfüllt – durch seit vielen Jahren kontinuierliches Training ist meine Muskulatur überdurchschnittlich gut ausgebildet, meine Kondition und Koordination auch, aber der Kopf macht nicht mit. Und das ist der entscheidende Punkt – der Bewegungsablauf ist noch nicht im Kopf abgespeichert und solange das nicht passiert ist, werden mich Kippbewegungen immer wieder vom Board werfen.

In kleinen Schritten wurde es besser, aber dann kam die kalte Jahreszeit und ich verlagerte mein Training in die Halle. Verbesserung der Propriozeption und Reaktionsgeschwindigkeit stehen aktuell auf meinem Trainingsplan ganz oben. Mit einem Personaltrainer versuche ich momentan meine Defizite auszugleichen. Wir arbeiten dabei mit dem SYPOBA-Brett und der Slackline. Das Training fängt langsam an Früchte zu tragen. Mein Trainer ist der festen Überzeugung, dass es mir gelingen wird. Zuhause unterstütze ich das Training noch mit Übungen auf dem SENSOBOARD.

Insgesamt fehlt mir der Erfahrungsaustausch mit anderen einbeinigen SUPern. Anscheinend bin ich zurzeit der einzige Einbeinige, der diese Sportart betreibt. Das wird sich hoffentlich bald ändern, wenn ich das Ziel für 2013 erreicht habe und andere dazu animiere mir zu folgen: Im Sommer stehe ich auf dem Board und drehe auf dem Fühlinger See meine Runden!

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