Meine letzte 18-Loch-Runde war eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Entweder auf Par- oder auf Platzreife-Niveau. Top Schläge im Wechsel mit richtig schlimmen Fehlern. Innerlich koche ich wie ein Teekessel, was zum Glück nicht jeder wahrnimmt. Wer mich auf dem Platz beobachtet, denkt „Es wirkt so leicht und entspannt.“. In einer sehr lockeren Trainingsrunde mag das sein, aber vor einem Turnier bin ich schon gewaltig nervös. Je näher der Start kommt, umso aufgewühlter werde ich. Zwar werde ich kurz vorm Start ruhiger, meine Gedanken werden klarer und ich spüre keinen Stress mehr, aber ich will einfach nur loslegen und gewinnen.

Der Druck hilft mir, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und meine Kräfte zu bündeln. In den letzten Sekunden vorm Start gehe ich meine Routine durch und drossele meine Energie mit mentalen Übungen. Ohne diese Vorbereitung, kann es schon mal sein, dass ich wie Speedy Gonzales loslege und den ersten Abschlag ins Rough bolze. Dann schnell runterfahren, die Situation kontrollieren und mit dem nächsten Schlag den Fehler vergessen machen.

Möglicherweise sehe ich das aber auch viel zu verbissen. Für Außenstehende wirkt mein Spiel leicht und entspannt. Dass dahinter eine Menge Zeit, Disziplin und Kontrolle steht, sehen nur die wenigsten. Fitness- und Ausdauertraining, mentales Coaching und Reha. Jede Minute ist verplant – auch für Regeneration. Ich will es perfekt machen und zu den Besten gehören.

Manchmal kommen mir Zweifel, ob ich ausreichend talentiert bin. Und dann gelingt mir wieder einer dieser Schläge zum niederknien und mich überkommt diese geile Gefühl, dass nur Golfer kennen, wenn der perfekte Schlag gelungen ist. Das ist einfach unbeschreiblich geil. Golfen ist die schönste Sportart der Welt! In diesem Sinne – raus auf den Platz und habt ein schönes Spiel!

 

 

Foto im Header: Achim Matschiner, The Outdoor Society by M&AMatschiner Photography

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